You are missing some Flash content that should appear here! Perhaps your browser cannot display it, or maybe it did not initialize correctly.
Tipp 7 Die weite Landschaft
Was verleiht einem gelungenen Landschaftsgemälde seine Tiefe? Zum einen natürlich die Größenperspektive – nahe Bäume sind größer als ferne; sodann der Bildaufbau mit guter Blickführung und nicht zuletzt die Farbführung: Ferne Landschaftsteile erscheinen in der sogenannten Luftperspektive heller, blasser und bläulicher als nahe.
![]() |
![]() |
| Komposition, Staffelung, Blickführung: Zusammen mit der Luftperspektive erhält das Hochtal seine Weite und Tiefe | Bei gleichem Bildaufbau erscheint diese Version deutlich flacher: Vorder- und Hintergrund unterscheiden sich farblich zu wenig, der Hintergrund ist zu dunkel. |
Die Luftperspektive
Wenn Sie von einem Aussichtspunkt in die Ferne blicken, werden Sie fest- stellen, dass die Farben beispielsweise von Tannen in der Nähe deutlich kräftiger, dunkler und klarer erscheinen als im Tannenwald in größerer Entfernung. Zum Horizont hin verblassen die Farben, sie werden bläulicher, und natürlich verschwimmen auch, vor allem an trüben Tagen, die Konturen und Details.
Diese Erscheinung wird als Luftperspektive bezeichnet. Beim Malen nutzen Sie den Effekt: Malen Sie nahe Elemente detailreicher, in kräftigeren und wärmeren Farben. Die gleichen Elemente – Bäume, Wiesen, Blumen – werden zum Hintergrund hin nicht nur kleiner, sondern sie verblassen, verschwimmen vage und erhalten einen leichten Stich ins Bläuliche.
Der Grund für dieses Phänomen: Je weiter ein Landschaftsteil entfernt ist, desto mehr Luft liegt zwischen ihm und den Betrachter. Die Luft ist jedoch nicht völlig klar. Staub und Dunst filtern die warmen, rötlichen Anteile des Sonnenlichts heraus, was die kalten Blautöne dominieren lässt. Staub und Dunst in der Luft lassen die Elemente auch blasser, undeutlicher und verschwommener erscheinen. Nahe Bereiche hingegen erscheinen vergleichsweise ungetrübt und farbsatt mit allen rötliche Anteilen, was die Farben wärmer erscheinen lässt.
Bildaufbau
Ein gelungener Bildaufbau führt den Betrachter sozusagen durch das Bild, schenkt dem wichtigen Element die größte Aufmerksamkeit und lässt den Blick in die Ferne schweifen. Die folgenden Faustregeln lassen sich natürlich längst nicht auf jede Szenerie anwenden. Teilen Sie die Malfläche in der Vorzeichnung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Der farbsatt und klar gemalte Vordergrund ist bisweilen nur Staffage, der die relative Nähe andeutet und alles andere umso mehr nach hinten rückt. Ziehen Sie, wenn das Motiv es her- gibt, auch „Kulissen“ ein. Seitlich eingeschobene Elemente staffeln die Landschaftsteile; dadurch entsteht wie bei Theaterkulissen der Eindruck von Nähe und Ferne. Rücken Sie die wesentlichen Bildelemente etwas aus der Bildmitte. Dann werden sie eher wahrgenommen und das Bild erhält mehr Spannung. Wege, Flüsse oder Zäune sollten sich daher nicht geradlinig senkrecht oder waagerecht durchs Bild ziehen, sondern eher diagonal und krumm; es sei denn natürlich, Sie verfolgen mit gradliniger Linienführung bestimmte Absichten. Wo immer möglich und sinnvoll, ziehen sich weitläufige Diagonalen (Hügelketten, Bergschultern) durchs Bild.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben



